Berlin | Sie wollten Leben!

Schattenfilm & Kofferinstallation

Anlässlich der Gedenkveranstaltung SIE WOLLTEN LEBEN! kreiert Theater ANU eine künstlerische Installation vor und an der Gedächtniskirche.

Donnerstag, 15. Oktober 2026
ab 18.15h
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin
Breitscheidplatz | 10789 Berlin

Team
Stefan Behr, Bille Behr
Video /Digital Art: Anne Leane Sturm

Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Die Nationalsozia-
listen und ihre vielen Helfershelfer deportierten 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder aus Berlin ins Ghetto
Litzmannstadt, dem von deutschen Truppen besetzten polnischen Łódź. Zuvor mussten sich diese Menschen mit
ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos,
ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degra-
diert, mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum
Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug
gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert.

Aus Angst vor weiteren Deportationen nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben. Verfolgt, misshandelt, deportiert und getötet wurden bis zum Ende der Nazidiktatur auch Sinti und Roma, politische Gegner, Zeugen Jehovas und Bekennende Christen, Homosexuelle und Menschen wegen ihrer Gesinnung, Nationalität, Behinderung oder Erkrankung.
In allen Berliner Bezirken erinnern 25 Litfaßsäulen mit großflächig gestalteten Plakaten an diesen Zivilisations-
bruch und die damit verbundenen Schicksale. Fotografien, Stolpersteine, Gedenktafeln und Kurzbiografien ge-
ben diesen 100 Menschen ein Gesicht. Diesem Terror der Nationalsozialisten sind in Berlin mindestens 55.000
Frauen, Männer und Kinder zum Opfer gefallen. Ab dem 13. Oktober 2026 bis zum 16. November 2026 wird
an den 25 Litfaßsäulen mit Gedenkveranstaltungen daran erinnert.

Termine
  • 15.10.2026
  • Tickets

    Der Eintritt ist frei

    Wann?
    Donnerstag, 15. Oktober 2026
    ab 18.15h

    Wo?
    Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin
    Breitscheidplatz | 10789 Berlin

    Für die Reden konnten Dr. Eva Umlauf, Auschwitzüberlebende und Präsidentin des Internationalen Auschwitzkomitees und Petra Rosenberg, Vorsitzende der Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn, gewonnen werden.
    Am Programm beteiligen sich Dr. Christoph Kreutzmüller als stellvertretender Projektleiter von »LastSeen: Bilder der NS-Deportationen«, die Schauspielerin Hanna Schygulla, die MusikerInnen Liz Erber & Heiko Michels, Lello
    Franzen & Janko Lauenberger sowie Georg Schupelius, der Jugendchor der Staatsoper Berlin mit hebräischen Liedern, Mitglieder der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau und acht Schülerinnen der 12. Klasse des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums aus Herzberg (Elster) mit ihrer Poetry-Slam-Performance »Früher lebt leise, wenn Heute schweigt«.

    Das Berliner »Theater Anu« gestaltet auf dem Vorplatz der Gedächtniskirche eine künstlerische
    Installation. Sie wird vom Berliner Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf gefördert.