Theater im Öffentlichen Raum ist keine neue Idee. Es ist sogar die Basis für unser heutiges abendländisches Theaterverständnis. Denn schon in der griechischen Antike wurden für die Polis Theaterspiele draußen gezeigt. Zu Beginn des 20ten Jahrhunderts war es unter anderem Max Reinhardt, der den öffentlichen Raum für sich entdeckte. Er inszenierte den Sommernachtstraum in einem Wald, verlegte den Kaufmann von Venedig an die Originalschauplätze und begründete 1920 mit dem Jedermann auf dem Salzburger Domplatz eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte.
Ab den 80er Jahren entstehen in immer mehr deutschen Städten kulturelle Sommerprogramme und Festivals mit Darbietungen im Bereich des Straßentheaters. Fast überall finden die Veranstaltungen bei freiem Eintritt statt. Dies bedeutet ein freier Zugang zu kulturellen Gütern. Heute ist das Theater im Öffentlichen Raum ein Teil des zeitgenössischen Theaters geworden. Es erreicht breite Bevölkerungsgruppen, alle Generationen wie Bildungsschichten sind Teil des Publikums. In Deutschland gibt es derzeit über 30 Straßentheater Festivals.